Herstellung

 

Die Herstellung von Pflanzenölen wird in Kürze bei der Rohstoffbereitstellung beschrieben. Weitere Informationen sind auch beim Ölmühlenverband erhältlich.

Oleochemie: Rohstoffe - Verfahren - Produkte

Die industrielle Fettchemie befasst sich mit chemischen Umsetzungen an natürlichen Ölen und Fetten zur Herstellung von Produkten, die sowohl im chemisch - technischen Sektor (non-Food), als auch in der Lebensmittelproduktion (food-Sektor) Verwendung finden. Oleochemische Produkte sind dabei meist Bestandteil von Produkten, selten bilden sie das Produkt selbst.

Rohstoffeinsatz

Von der Oleochemie werden in großem Umfang für die menschliche Ernährung nicht zugelassene Fette verarbeitet. Eine zentrale Rolle in der industriellen Fettchemie spielen Kokosöl und Talgfett. Wegen des hohen Bedarfs an C12/14 Fettsäuren importiert die Europäische Gemeinschaft jährlich etwa 0,7 Mio. t Kokos- und Palmöl, und wegen der C16 und C18 Fettsäuren etwa 1 Mio. t Talg (züchterische Modifikationen, wie z.B. HO-Öle versprechen interessante neue Ansätze zur Verbreiterung der Rohstoffbasis). Nachfolgende Tabelle zeigt das von der oleochemischen Industrie eingesetzte Rohstoffspektrum:

Tabelle : Verbrauch von Pflanzenölen (Ölsäure) in der Chemischen Industrie 1996

 

Quelle: VCI / Henkel, eigene Abschätzungen, ohne Biodiesel

 

Ölsäureeinsatz

Die absoluten Angaben zum Verbrauch an Ölsäure C18:1 oben zeigen deren Bedeutung an, dürfen jedoch nicht als Einsatzpotenzial von HO-Ölen missverstanden werden: nur ein kleinerer Anteil der in den Fettsäuregemischen vorhandenen Ölsäure wird in Anwendungen eingesetzt, bei denen auf einen möglichst hohen Ölsäureanteil Wert gelegt wird. Legt man in einem Szenario einen Anteil solcher Anwendungen von etwa 10 % zugrunde, so ist dies weit mehr als heute an HO-Ölen in chemisch-technischen Anwendungen eingesetzt wird. Exakte Daten zum Verbrauch an Olein in der Oleochemie existieren nicht, genauso wenig wie zum Verbrauch an HO-Ölen. Narocon hat deshalb eine Recherche (Marktstudie) zur besseren Beurteilung der Situation durchgeführt.

Olein: Technische Ölsäure

Technische Ölsäure (C18:1), das sogenannte "Olein" ist ein Gemisch aus Ölsäure und anderen C16/C18-Fettsäuren, sowie einigen weiteren, gering konzentrierten Fettsäuren. Die Hauptquelle von Ölsäure ist bis heute Rindertalg, welcher in speziellen Reinigungsverfahren, z.B. durch das Umnetzverfahren der Henkel / Cognis, auf eine Ölsäurekonzentration von etwa 70 % angereichert wird. Aus Palmöl wird die wertvollere, flüssige Fraktion Palmolein durch Abtrennen der festen Bestandteile gewonnen.

 

 

Tabelle: Fettsäurezusammensetzung von Standard-Oleinen

 

 

Oleochemische Verfahren

Öle und Fette werden mit Verfahren wie Hochdruckspaltung, Umesterung oder Hydrierung in die fettchemischen Basisprodukte Fettsäuren, Fettsäuremethylester und Fettalkohole überführt.

 

 

Aus den Basisprodukten Fettsäuren, Fettsäuremethylester und Fettalkohole werden in nachfolgenden Veredelungsstufen eine Vielzahl von Produkten für unzählige Anwendungen generiert (Stammbaum der Oleochemie).

 

Schema: Stammbaum der Oleochemie