Lebensmittel



Die Fettsäurezusammensetzung, insbesondere der hohe Anteil der einfach ungesättigten Fettsäure Ölsäure, macht HO-Öle zu einem idealen Öl für die menschliche Ernährung. Es erfüllt die Wünsche der medizinischen Nahrungsmittelphysiologie nach einer ausgewogen Fettaufnahme:

  • hoher Anteil mono-ungesättigter Fettsäuren: "mediterrane Ernährung"
  • sehr geringer Anteil an gesättigten Fettsäuren: Fettbalance, Übergewichtsproblematik
  • sehr geringer Linolensäuregehalt: C18:3-Anteil ist unerwünscht beim Braten und Fritieren
  • Diätetischer Fettcharakter
  • "Low Cholesterol" -Fett
  • ausreichend hoher Tocopherolgehalt (>500 ppm in rbw-HO-Ölen)
  • Ein Großteil der gewonnenen HO-Öle wird als Lebensmittel von der Industrie entweder in reiner, meist raffinierter Form, oder als Ölgemische ("Blends") vermarktet. Ein Teil der Öle wird auch zu Margarine oder anderen Lebensmitteln wie z.B. Backfetten durch Verfahren der Fettchemie verarbeitet (großtechnische Härtung von Fetten und Ölen durch Hydrieren mittels Wasserstoff). Eine ganze Reihe von Unternehmen vermarkten HO-Öle im Bereich Frittierfette und Nahrungsmittel (auch Kerne).

     
    Die ernährungsphysiologischen Eigenschaften prädestinieren den Einsatz des Öls im Nahrungsmittelbereich als sehr gutes Brat- und Frittierfett oder Salatöl (vgl. Olivenöl !). Je geringer der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäure (PUFA) im HO-Öl ist, desto größer ist die zu beobachtende oxidative Stabilität. Eine weitere Verbesserung kann durch eine selektive partielle Hydrierung des verbleibenden PUFA-Anteils zu Ölsäure erreicht werden. Bei dieser Methode muss jedoch meist eine gewisse Erhöhung des Stearinsäuregehaltes sowie eine cis-trans-Umlagerung von C18:1-Fettsäuren in Kauf genommen werden (steigender TFA-Gehalt).
     

     

     
    In der Zeitschrift Schrot&Korn, Ausgabe 2/2000, Autor: Leo Frühschütz wurde die Verwendung von HO-Ölen in Bratfetten und -ölen ausführlich diskutiert. zum Artikel

     

    Produktbeispiele

    HO-Speiseöle werden heute schon in den USA angeboten

    In speziellen Produkten der Kinder- und Seniorennahrung finden HO-Öle als diätetische "low cholesterine" - Fette Verwendung

    Transfettsäureproblematik

    Da in vielen natürlich vorkommenden Ölen und Fetten der Gehalt an flüssigen und reaktiven Ölen unerwünscht hoch ist, werden viele Pflanzenöle bei der Verarbeitung zu Endprodukten partiell gehärtet. Dieser in der Lebensmittelindustrie weit verbreitete Prozess (Herstellung von Margarinen, Brat- und Frittierfetten), bei dem die Anzahl von Doppelbindungen durch Hydrierung mit Wasserstoff im Öl / Fett reduziert wird, verbessert die Haltbarkeit des Endproduktes (Schutz vor den "ranzig" werden durch Entfernung / Reduktion der oxidationsanfälligen mehrfach ungesättigten Fettsäuren) und erleichtert die Einstellung der gewünschte Konsistenz (z.B. Schmierfähigkeit bei Aufstrichen). Dieser Prozess ist weit verbreitet bei der Teilhärtung von pflanzlichen Ölen wie Palm- oder Sojaöl und insbesondere auch bei tierischen Fetten (Rindertalg, Schweineschmalz).

    Unvermeidbar ist dabei ein Anstieg des Gehaltes an Transfettsäuren (TFA = trans fatty acid), der durch die chemisch induzierte Umlagerung der in der Natur fast ausschließlich vorkommenden cis-Doppelbindung in die trans-Konfiguration erfolgt. Dabei kann der TFA-Gehalt in Lebensmitteln auf über 30 % in Fettprodukten ansteigen. Seit längerem werden diese hohen Gehalt an Transfettsäuren als ernährungsphysiologisch problematisch betrachtet. Unumstritten ist eine zu beobachtende Anreicherung des TFA-Gehaltes in Muttermilch. Auch wenn die Diskussion um die tatsächliche Wirkung einer hohen TFA-Aufnahme im menschlichen Körper komplex ist und kontrovers geführt wird, hat sie bereits eines bewirkt: man versucht mehr und mehr Transfettsäuren in der Ernährung - natürlich auch in der Pharmazie und Kosmetik - zu vermeiden. HO-Öle bieten sich hier ausgezeichnete Vermarktungsansätze, da sie bereits in hohem Maße die gewünschten Eigenschaften ohne jeden Anteil an Transfettsäuren mitbringen.

     

    GMO-Diskussion

    Der Einsatz gentechnisch veränderter Organismen wird in Europa im Unterschied zu anderen Ländern (USA, Kanada) vor allem in den Bereichen Nahrungsmittel, Kosmetik und Pharma vom Verbraucher sehr kritisch angesehen. HO-Ölsaaten sind Neuzüchtungen der Saatgutindustrie, bei denen sowohl gentechnische Veränderung im Erbgut von Zuchtstämmen vorgenommen wurden (HO-Raps, HO-Soja), als auch klassische Methoden der Hybridzüchtung eingesetzt werden (HO-Sonnenblume). Für die technische Einsatzzwecke ist die Herkunft der Produkte ohne Belange.